Pharmakologische Neuromodulation - Intrathekale Schmerztherapie

Pharmakologische Neuromodulation

Erkenntnisse über die biologischen Mechanismen der Schmerzkontrolle auf Rückenmarksebene legten den Grundstein für einen neuen therapeutischen Ansatz in der Schmerzmedizin.

Die intrathekale (spinale) Schmerztherapie in Gestalt einer pharmakologischen Neuromodulation hat die Möglichkeiten einer effektiven speziellen Schmerztherapie ergänzt und das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Das Bemühen, die spinale (intrathekale) kontinuierliche Schmerztherapie zu optimieren, mündete in der technischen Entwicklung automatischer, implantierbarer Medikamentenpumpen. 

Indikationen

Eine spinale (intrathekale) Schmerztherapie ist indiziert bei Patienten mit schwersten chronischen Schmerzen, die einer systemischen Pharmakotherapie aufgrund unzureichender Schmerzlinderung und/oder intolerabler Nebenwirkungen nicht zugänglich sind und auf intrathekal verabreichte Pharmaka im Rahmen einer Medikamentenaustestung sehr gut ansprechen.

Therapie

Zur kontinuierlichen spinalen Arzneimittelverabreichung wird eine kleine Pumpe unter die Haut im Unterbauch des Patienten implantiert. In dieser Pumpe befindet sich ein Schmerzmittel, das über einen dünnen flexiblen Katheter direkt in die das Rückenmark umgebende Flüssigkeit (Liquor) abgegeben wird. Auf diese Weise erreicht das Schmerzmedikament die entsprechenden Nervenstrukturen am schnellsten und entfaltet direkt seine schmerzreduzierende Wirkung.

Patienten bei denen grundsätzlich zuvor ein positiver Wirksamkeitstest durchgeführt wurde, können mit einer anhaltenden guten bis sehr guten Schmerzlinderung rechnen.

Jedes implantierbare Medikamentenapplikationssystem verfügt über eigenes individuelles Profil. Der klinische Schmerztherapeut ist mit den besonderen Vorzügen der einzelnen Systeme vertraut, um für seine Patienten eine optimale Auswahl treffen zu können.